Ökonomisches Prinzip

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Einführung

Die Knappheit der Güter bringt den Menschen in den Konflikt Entscheidungen über die alternative Verwendung der verfügbaren Mittel zu treffen. Unter Berücksichtigung dieser Beschränkungen entscheidet er sich immer für die bestmögliche Handlungsvariante (vgl. Mankiew, G, (2004): 530 f.). Der homo oeconomicus wird als Mensch angesehen, der streng rational handelt und Entscheidungen trifft. Das ökonomische Prinzip (Wirtschaftlichkeitsprinzip) ist die wirtschaftliche Version des für das menschliche Handeln i. d. R. allgemein gültige Rationalitätsprinzip (vgl. Jung, H. (2004): 4 f.).


Definition

Es gibt grundsätzlich zwei klassische Formulierungen für das ökonomische Prinzip, in der Literatur wird zusätzlich eine dritte Variante aufgezeigt:


1. Maximumprinzip: mit einem vorgegebenem Mitteleinsatz (Input) soll ein maximaler Ertrag (Output) erzielt werden
z.B.: ein Student möchte eine Klausur sehr gut bestehen und nutzt die gesamte ihm zum Lernen zur Verfügung stehende Zeit

2. Minimumprinzip: ein bestimmter Ertrag (Output) soll mit minimalem Mitteleinsatz (Input) erzielt werden
z.B.: ein Student möchte eine Klausur mit möglichst geringem Aufwand bestehen


Neben der mengenmäßigen Formulierung, lässt sich das Wirtschaftlichkeitsprinzip auch wertmäßig formulieren (vgl. Jung, H. (2004): 4 f.):

1.1 Budgetprinzip: mit einem gegebenen Geldaufwand soll ein maximaler Erlös erzielt werden
2.1 Sparprinzip: ein bestimmter Erlös soll mit minimalem Geldeinsatz erwirtschaftet werden


In vielen Fällen sind jedoch Input und Output variabel. Daher ist eine allgemeinere Formulierung des ökonomischen Prinzips notwendig:
3. generelles Extremumprinzip: das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag soll möglichst optimal sein (vgl. Groh, G./ Schröer, V (2008): 23).


Ökonomisches Prinzip III.jpg

Kritik

Menschen handeln nicht immer strikt rational. Entscheidungstheoretische Studien zeigen, dass Menschen sich systematisch fehlverhalten. Deshalb empfiehlt Herbert Simon die Annahme, dass Menschen nur „near rational“ sind. Menschen sind eher Satifizierer als Maximierer (vgl. Mankiew G. (2004): 530). Sie handeln begrenzt rational und streben nur ein befriedigendes Niveau und nicht das maximal Mögliche an. Auch verfügen sie nicht über völlige Markttransparenz und nicht greifbare Eigenschaften können entscheidend sein (Subjektivität). So werden Entscheidungen oft unter unvollständiger Information und begrenzte Rechenkapazität des Menschen getroffen (vgl. Schuman, J. (2006): 105). Das Wirtschaftlichkeitsprinzip ist demnach kein Erklärungsmodell für jegliches wirtschaftliches Verhalten. Die Annahme der Rationalität stellt jedoch eine gute Approximation für ökonomische Modelle dar (vgl. Mankiew, G. (2004): 530). In der modernen Wirtschaft werden Beiträge aus der Psychologie, Philosophie, Soziologie, Politikwissenschaft etc. berücksichtigt.


Literatur

Groh, G.; Schröder, V. (2008): Sicher zur Industriekauffrau zum Industriekaufmann, 45. Auflage, Merkur Verlag, Rinteln.
Jung, H. (2004): Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 9. Auflage, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München.
Kraft, D.; Mittelstädt, E.; Wiepcke, C.; Goethe-Institut (2005): Markt-Lexikon Wirtschaft, 1. Auflage, Bertelsmann, Bielefeld.
Mankiew, G. (2004): Volkswirtschaftslehre, 3.Auflage, Schäffer-Poeschel –Verlag für Wirtschaft, Stuttgart.
Wöhe, G. (2005): Einführung in die Betriebswirtschaftslehre. 22. Auflage, Vahlen Franz GmbH, München.
Schumann, J. ; Meyer, U. Ströbele(2006): Grundzüge der mikroökonomischen Theorie, 8. Auflage, Springer-Verlag, Berlin.
Simon, H (1993): Homo rationalis: die Vernunft im menschlichen Leben. Campus-Verlag, Frankfurt.
Smith, A (1974): Der Wohlstand der Nationen. 5. Auflage, C.H.Beck, München.

Artikel übernommen aus: http://widawiki.wiso.uni-dortmund.de/index.php/%C3%96konomisches_Prinzip [26.09.2013]