ABC-Analyse

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Einführung

Viele branchenunabhängige Unternehmen stehen häufig vor demselben Problem. Sie müssen Entscheidungen unter Berücksichtigung von Unsicherheit treffen (vgl. Schelz, I.; Seidel, U. (2011): 489). Um Fragen wie z.B.: „Welche Kunden bringen den höchsten Deckungsbeitrag und sind damit besonders förderwürdig“ oder „Welches sind die größten Kostenblöcke, die damit großes Kostensenkungspotenzial liefern?“ (Schelz, I.; Seidel, U. (2011): 489) beantworten zu können, wendet man die ABC-Analyse an.

Deckungsbeitrag siehe auch Deckungsbeitragsanalyse

Definition

Die ABC-Analyse wird als ein einfaches und bedeutsames Controlling-Instrument definiert, welches das Verhältnis zwischen Ertrag und Aufwand zum optimalen wirtschaften (z.B. Lageroptimierung) abbildet. Für das Unternehmen ist es somit einfacher zu erkennen, auf welches Gut es am meisten einen Fokus setzen sollte (vgl. Heimrath, H. (2010): 29; Nagel, M. (2014): 109; Bentin et al. (2010): 248).

Bei der ABC-Analyse werden die Objekte (z.B. Kunden, Materialien) in die Klassen A („wichtig“), B („weniger wichtig“) und C („unwichtig“) klassifiziert (vgl. Heimrath, H. (2010): 29 und Schultz, V. (2008): 242). Die Ergebnisse einer ABC-Analyse werden in einer Lorenzkurve dargestellt (siehe unten).

Die A-Güter kennzeichnen einen mengenmäßigen Anteil von 20 % und stehen einem wertmäßigen Anteil von 80 % gegenüber. D.h. durch die geringe Anzahl der Menge, erzielt das Gut, im Vergleich zu den anderen Gütern, den größten Wertanteil. Es lassen sich z.B. Gewinne, Einsparungen, und Verbesserungen erzielen. Daher haben die A-Güter hohe Priorität. Die B-Güter haben bei einem mittleren Mengenanteil von 40 % einen mittleren Wertanteil von 15 % und sind somit fast Äquivalent. Die C-Güter kennzeichnen einen mengenmäßigen Anteil von 40 % und stehen einem wertmäßigen Anteil von 5 % gegenüber. Obwohl sie einen hohen Mengenanteil darstellen, bleiben sie jedoch wegen dem geringen Wertanteil von 5 % bei den Untersuchungen unberücksichtigt (vgl. Heimrath, H. (2010): 29 und Vahs, D.; Schäfer-Kunz (2012): 646).

Lorenzkurve 3.png


Die ABC-Analyse ist letztlich nicht nur eine Rechentechnik sondern vielmehr eine Denkweise, wie man Probleme angeht und Prioritäten schafft. Wichtige Aufgaben werden demnach schnell erkannt und gezielt herausgefiltert (Haunerdinger, M.; Probst, H. (2005): 42 ).

Kritik

Die ABC-Analyse ist ein grobes Verfahren, das in der Praxis in verschiedenen Funktionsbereichen für Verwirrung sorgt. Viele Unternehmen gehen nach einer ABC-Analyse von einer sofortigen Lageroptimierung aus und lassen die A-Endprodukte als A-Güter einstufen und die C-Produkte als C-Güter. Aufgrund von Neueinführungen und der Veränderung der Nachfrage sollte man eine regelmäßige ABC-Kategorisierung durchführen (vgl. Nagel, M. (2014): 109 f.).


Literatur

Bentin et al. (2010): Handbuch für Industriekaufleute, 5. Auflage, Winklers Verlag, Braunschweig.
Haunerdinger, M.; Probst, H.J. (2004): Kosten senken. Checklisten, Rechner, Methoden. Haufe. Freiburg.
Heimrath, H. (2010): Excel-Tools für das Controlling, Microsoft Press, Unterschleißheim.
Nagel, M.; Mieke, C. (2014): BWL-Methoden: Handbuch für Studium und Praxis, UTB-Verlag, Stuttgart.
Schelz, I.; Seidel, U. (2011): Das große Excel-Handbuch für Controller, Markt + Technik Verlag, München.
Schultz, V. (2008): Basiswesen Rechnungswesen, 5. Auflage, Deutscher Taschenbuch Verlag, München.
Vahs, D.; Schäfer-Kunz, J. (2012): Einführung in die Betriebswirtschaftslehre, 6. Auflage, Schäffer-Poeschel, Stuttgart.