Break-Even-Analyse

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Einführung

Die Break-Even-Analyse zeigt auf, wie die Produktionsmenge mit der Absatzmenge in Zusammenhang steht. So berechnet ein Unternehmen, bei welcher Menge man weder Gewinn noch Verlust hat. Diese Menge nennt man auch Break-Even-Menge. Die Break-Even-Analyse ist daher ein wichtiges Planungsinstrument in der Wirtschaft, da man mit Ihr die Stückzahl für ein Produkt oder eine Produktpalette ausrechnen kann, die notwendig ist, um in die Gewinnzone zu gelangen (vgl. Götze, U. (2004): 186). Die Erkenntnisse die man daraus zieht, dienen auch zur späteren Kontrolle. Daher kann man von diesen Informationen ableiten, ob man neue Produktarten einführt oder welche aus der Produktpalette herausnimmt (vgl. Götze, U. (2004): 186). Für den Betrieb des Unternehmens ist es daher von großer Bedeutung, dass ein positiver Gewinn erwirtschaftet wird, so kann man mit der Break-Even-Analyse ermitteln, ob der Gewinn bei manchen Produkten ausbleibt, aber im Ganzen vorhanden ist (vgl. Götze, U. (2004): 186).

Definition

Die Break-Even-Analyse, auch Deckungspunkt-Analyse genannt, beschäftigt sich mit dem bestimmten Umsatz, bei dem eine Vollkostendeckung eintritt (vgl. Kilger, W. (2002): 560). Es wird der Break-Even-Point berechnet, der Punkt, bei dem der Gesamtumsatz eines Produktes oder einer Produktpalette eines Unternehmens, die Kosten des einzelnen Produktes bzw. die Gesamtkosten aller Produkte deckt (vgl. Kilger, W. (2002): 560). Bevor man diesen Punkt erreicht, befindet man sich in der Verlustzone. Wird er jedoch überschritten, ist man in der Gewinnzone (vgl. Kilger, W. (2002): 560). Des Weiteren kann man untersuchen, wie der Break-Even-Point sich verschiebt, wenn sich gewisse Rahmenbedingungen bzw. dessen Bestimmungsgrößen ändern (vgl. Schweitzer, M. (2008): 497).

Berechnung der Break-Even-Menge

Der Break-Even-Point zeigt die Absatzmenge auf, die notwendig ist, um die Gesamtkosten mit den Gesamterlösen zu decken. Diese Menge wird auch Break-Even-Menge genannt (vgl. Götze, U. (2004): 187).

Um die Break-Even-Menge zu berechnen, muss man im ersten Schritt den Gewinn gleich Null setzen:

Formel1.png

Und nachfolgend die Funktion nach der Menge umstellen:

Formel2.png

Formel3.png

(vgl. Götze, U. (2004): 187)

Grafische Darstellung der Break-Even-Analyse

Break-Even-Analyse Skizze.png

(vgl. (Ewert, R. (2008): 194);(Ready Ratios (o.J.));(Wirtschaftslexikon24 (o.J.)))

Kritik

Für ein Unternehmen, das mehrere Produkte verkauft ist eine Break-Even-Analyse oft sehr kurzfristig gültig, denn als Basis für die Berechnung müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. Dies beinhaltet, dass die Kosten, genauso wie der Produkt-Mix und die Produktivität, gleich bleiben (vgl. Born, K. (2008): 320).
Des Weiteren ist es generell sehr schwierig den Break-Even-Point richtig zu kalkulieren, da er von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängt und man sehr mit der Materie vertraut sein muss, um die Kosten den Produkten richtig zuzuordnen (vgl. Born, K. (2008): 320). „Die Schwierigkeiten bei der Festsetzung der fixen und variablen Kosten und auch die notwendigen Annahmen können bei einer Gewinnschwellenanalyse leicht zu großen Fehlern führen.“ (Born, K. (2008): 320)


Joel Dean: „A break-even chart is an oversimplified analysis of expected Profits at various levels of outputs.“ (Kilger, W. (2002): 562)

Charles T. Horngren: „The modern muliptoduct company´s performance is influenced by so many factors that the attempt to portray all oft them on a break-even chart by making assumptions is an ambitious one.“ (Kilger, W. (2002): 562)


Quellenverzeichnis

Literatur

Born, K. (2008): Bilanzanalyse International, 3. Auflage, Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart.
Ewert, R. & Wagenhofer, A. (2008): Interne Unternehmensrechnung, 7.Auflage, Springer-Verlag, Berlin Heidelberg.
Götze, U. (2004): Kostenrechnung und Kostenmanagement, 3.Auflage, Springer-Verlag, Berlin Heidelberg.
Kilger, W. & Pampel, J./ Vikas, K. (2002): Flexible Plankostenrechnung und Deckungsbeitragsrechnung, 11.Auflage, Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden.
Schweitzer, M. & Küpper, H.-U. (2008): Systeme der Kosten- und Erlösrechnung, 9.Auflage, Verlag Franz Vahlen GmbH, München.

Internet

Ready Ratios (o.V.) (o.J.): http://www.readyratios.com/reference/analysis/break_even_point.html

Wirtschaftslexikon24 (o.V.) (o.J.): http://www.wirtschaftslexikon24.com/d/break-even-punkt/break-even-punkt.htm