Business Intelligence

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Einführung

Schon in den 60er Jahren nutzten einige wenige Unternehmen Informationssysteme, um ihre Führungskräfte zu unterstützen. Im Laufe der Jahre waren Unternehmen allerdings immer mehr mit Veränderung der Mikro- und Makroumwelt, aber auch teils aus dem eigenen Unternehmen konfrontiert, sodass sich Informationssysteme als solche zur Managementunterstützung etabliert haben, um den Führungskräften einen leichteren und schnelleren Umgang mit derartigen Veränderungen zu ermöglichen. Seither hat sich in der betrieblichen Praxis der Begriff Business Intelligence (B.I.) von Horward Dresner durchgesetzt, mit der Zielsetzung, durch Analyse und Aufbereitung von elektronischen Daten, dem Unternehmen in seiner Entscheidung zu fundieren. (vgl. Burmester,L. 2011 S.3 & vgl. Kemper, Baars, Mehanna 2010 S.1)

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(Eigene Darstellung in Anlehnung an das Gabler Wirtschaftslexikon (o.J.), Business Intelligence.)

Definition

In der Literatur ist die Definition und Verwendung von Business Intelligence abweichend. Dennoch ist Business Intelligence ein Konzept, welches dem Unternehmen eine vollständige Sicht auf seine Daten, die aus internen Unternehmensdaten, sowie aus externen Marktdaten resultieren, ermöglicht. Des Weiteren unterstützt Business Intelligence dem Management des Unternehmens „[...] in seiner planenden, steuernden und koordinierenden Tätigkeit.“ (Charmoni & Gluchowski 2004, S.119, zitiert nach Kemper, Baars & Mehanna 2010 S.3)

Begriffsverständnis

Aufgrund des breiten Spektrums des Begriffes Business Intelligence, kann dieser differenzierend aufgefasst werden. Die drei gängigen Definitionsansätze zum Begriff sind (vgl. Kemper/Baars/Mehanna 2010 S.3 ff. & Zimmermann,M. 2008 S.7):

  • Unter dem engen BI-Verständis (B.I. i.e.S.)
versteht man die wenigen Kernapplikationen, welche die Entscheidungsfindung unterstützen.
Dies sind Informationssysteme, die dem Management durch ihre Analyse und Aufbereitung sämtlicher Daten des
Unternehmens helfen.
Als Beispiele sind die Systeme Online Analytical Processing (OLAP), Management  
Information Systems (MIS) sowie Exekutive Information Systems (EIS) zu erwähnen.
  • Das analyseorientierte BI-Verständnis umfasst
alle Werkzeuge, die sämtliche Daten bereitstellen, auswerten, sowie berichten. 
Neben den oben genannten Systemen sind auch die Systeme des Data Mining und des Text Mining, das Ad-hoc-
Reporting und andere Reporting Programme zu nennen.
  • Business Intelligence im weiten Sinne (weites BI-Verständnis) umfasst
alle Anwendungen, die direkt und indirekt für die Entscheidungsfindung eingesetzt werden. 
Sowohl die Datenaufbereitung, als auch die Datenspeicherung, ist neben der Auswertungs- und 
Präsentationsfunktionalität ein wichtiger Baustein in den Anwendungen.

Business Intelligence als integrierter Gesamtansatz

Aufgrund des massiven Marktwandels, bedingt zum einen durch die fortschreitende Globalisierung und zum anderen durch die Stakeholder, welche einen direkten bzw. indirekten Einfluss auf das Unternehmen haben, sowie durch die ausweitende Datenbasis resultierend aus der fortfahrenden Entwicklung der Internettechnologie, sind „höhere interne und externe Anforderungen an Transparenz und Fundierung der Entscheidungen“ (Kemper,Baars & Mehanna 2010 S.8) in einem Unternehmen zu berücksichtigen, um sich erfolgreich auf dem Markt etablieren zu können. Denn alte Einzelsysteme, die das Management unterstützen sollten, wurden dieser Anforderung nicht mehr gerecht.
Auf Basis dieser Problematik wurde das Business Intelligence erforderlich, um integrierte Lösungsansätze zu finden. Insofern wird der Begriff Business Intelligence beiläufig als ein unternehmensspezifischer, integrierter IT-basierter Gesamtansatz verstanden, dessen erhältliche BI-Werkzeuge lediglich Arbeit leisten, um die BI-Anwendungen zu entwickeln. Als Beispiel ist die Zusammenarbeit zwischen dem Data Warehouse (Datenbereitstellung) und den OLAP-Systemen (Datennutzung) zu erwähnen. (vgl. Burmeister,L. 2011 S.111)

Phasen des B.I.

Das Konzept des Business Intelligence besteht aus drei Phasen, welche vom Erfassen der Daten über das Kombinieren aller Daten bis zur Nutzung der „neuen“ Daten geht.

Bei der Datenintegration und -speicherung (data delivery) werden alle Daten aus sämtlichen Unternehmensquellen durch das Data-Warehouse erfasst und durch die OLAP-Systeme gespeichert. Die erfassten Daten werden als nächstes zusammengetragen, damit neue Muster erkannt und anschließend mit aufgestellten Behauptungen des Management verglichen werden können (Discovery of relations, patterns und principles).
Die dritte Phase ist das knowledge sharing, in der über die neuen Erkenntnisse im Unternehmen kommuniziert wird und anschließend liefert das neue Wissen Entscheidungsgrundlagen für Maßnahmen und Aktionen im Unternehmen. (vgl. Initpro 2013)

Ordnungsrahmen

Die Business Intelligence-Systeme werden anhand eines dreischichtigen Ordnungsrahmens dargestellt, welche aus Systemen der Datenbereitstellung, der Analyse und der Präsentation besteht. Den Systemen der Datenbereitstellung sind die externen Vorsysteme vorgelagert.
Zu den größten externen Vorsystemen, die produktionsorientiert sind, gehören die PPS-, PDM-/PLM Systeme, die Cax-Systeme ebenso wie die MES Systeme.
Die Manufacturing Execution Systeme (MES) unterstützen, durch die Integration von wenigen Informationssystemen, die Produktionsprozesse, um Verbesserungen zu bewilligen (vgl. Louis, Phillip 2009 S.2 ff). Die PPS- Systeme werden zur Produktionsentwicklung und zur Produktion eingesetzt. Die PDM-/PLM Systeme werden für das Produktdaten- und Produktlebenszyklusmanagement genutzt, um alle Daten, die bei der Entwicklung, Planung, Produktion, sowie dem Vertrieb involviert sind, zusammenzutragen und im Anschluss gegebenenfalls abzurufen. (vgl. Kemper, Baars & Mehanna 2010 S.10 ff.)

Die erste Schicht des Ordnungsrahmens besteht aus der Datenbereitstellungsschicht, die als Datenbasis für die Managementunterstützung fungiert. Die Datenbasis setzt sich aus strukturierten und unstrukturierten Daten zusammen. Die Bereitstellung der Daten wird durch Systeme, wie das Data-Warehouse, gewährleistet.
Auf die Datenbereitstellungsschicht folgt die Analyseschicht, in der unterschiedliche Systeme die Daten auswerten und nutzen. Sie besteht aus den Systemen der Informationsgenerierung und der Informationsdistribution.
Anschließend greift die Präsentationsschicht, mithilfe von Portalen, auf die teils neu gewonnenen Informationen aus der Analyse zu und verwendet diese zur Managementunterstützung. (vgl. Burmeister,L. 2011 S.112-113)

Literaturverzeichnis

Burmester, L. (2011). Adaptive Business-Intelligence-Systeme.Theorie, Modellierung und Implementierung.E-Book. Springer Vieweg.E-Book [Stand 31.10.2013].

Gabler Wirtschaftslexikon (o.J.). Business Intelligence. Dr. Sierpermann, M., Prof. Dr. Lackes, R. Springer Gabler Verlag. URL: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/business-intelligence.html [Stand 03.11.2013].

Initpro (o.J.). URL: http://www.initpro.de/de/dienstleistungen/business-intelligence [Stand 06.11.2013].

Kemper,H., Baars,H. & Mehanna,W. (2010): Business Intelligence – Grundlagen und praktische Anwendungen (3.Auflage). Vieweg+Teubner Verlag. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2010 [Stand 05.11.2013].

Louis, P. (2009). Manufacturing Execution Systems.Grundlagen und Auswahl (1.Auflage). Gabler/GWV Fachverlage GmbH.Wiesbaden.E-Book [Stand 06.11.2013].

Zimmermann, M. (2008). Grundlagenserie Business Intelligence. Business Intelligence (Teil1): Erster Einstieg. S.1-11. URL: http://www.tecchannel.de/server/sql/1738998/business_intelligence_teil_1_erster_einstieg/ [Stand: 03.11.2013].