Cash-Flow

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Einleitung

Der Cashflow gehört zum Themengebiet der Finanzwirtschaft bzw. der Bilanzanalyse und ist eine errechenbare wirtschaftliche Kennzahl (vgl. Breuer (o.J.) Gabler Wirtschaftslexikon), welche der Firmenbewertung dient.

Diese errechenbare Kennzahl zeigt das Ausmaß der Unternehmensfinanzierung aus den Umsatzerlösen als „Kassenüberschuss“. Des Weiteren ist der Cashflow ein Indikator für die Finanzkraft des Unternehmens (vgl. Offert, Reichel (2008): 426).

Der Cashflow ist aber nicht der tatsächliche Gewinn des Unternehmens.

Berechnungsschema

Der Cashflow lässt sich sowohl auf indirektem Weg, als auch auf direktem Weg berechnen. Deutlich häufiger wird der Cashflow auf indirektem Weg berechnet. Diese Art der Berechnung wird auch bei einer externen Analyse verwendet (vgl. Perridon, Steiner (2007): 555 f.).

Das Grundschema für eine indirekte Berechnung des Cashflows baut sich so auf:

Indirekte Berechnung.png

(eigene Abbildung in Anlehnung an Perridon, Steiner (2007): 555)


Das Grundschema für die direkte Berechnung des Cashflows baut sich so auf:

Direkter Cashflow.png

(eigene Abbildung in Anlehnung an Perridon, Steiner (2007): 555)

Bei der direkten Berechnung wird der Cashflow seiner ursprünglichen Bedeutung als Einzahlungsüberschuss gerechter. Diese Art der Berechnung wird häufig bei der internen Berechnungen verwendet (vgl. Perridon, Steiner (2007): 555).

Indirekte Berechnung

Bei der indirekten Berechnung lässt sich der Cashflow sowohl als erfolgswirtschaftlicher als auch als finanzwirtschaftlicher Überschuss interpretieren ( vgl. Perridon, Steiner (2007): 555 f.).

Anhand dieser beiden Auslegungen ergeben sich viele Modifikationen des Cashflows.

Erfolgswirtschaftlicher Überschuss

Der Cashflow dient zur Bestimmung der aktuellen und zukünftigen Ertragskraft eines Unternehmens und ist somit aufwands- und ertragsorientiert. Der Cashflow wird nicht durch Erhöhung der Abschreibungen und Rückstellungen beeinflusst, da daraus nur eine Umverteilung innerhalb des Cashflows resultiert (vgl. Perridon, Steiner (2007): 555 f.). Das macht den Cashflow deutlich sicherer vor Manipulationen durch bilanzpolitische Maßnahmen. (vgl. Perridon, Steiner (2007): 556).

Innerhalb eines Betriebes zeigt der Cashflow, welcher Erfolgsteil auf die Betriebstätigkeit des Betriebes zurückzuführen ist (vgl. Perridon, Steiner (2007): 556).

Finanzwirtschaftlicher Überschuss

Der Cashflow dient zur Bestimmung der Innenfinanzierungskraft für Investitionen, Schuldentilgung und Aufrechterhaltung der Liquidität und ist somit zahlungsstromorientiert (vgl. Perridon, Steiner (2007): 557). Des Weiteren gilt, dass der Cashflow in liquider Form vorliegen muss und die Innenfinanzierungsmittel, welche der Cashflow aufweist, zur Tätigung neuer Investitionen oder zur Auflösung von Verbindlichkeiten verwendet werden müssen oder können.

Für die tatsächliche Verwendung des Cashflow als Finanzierungsmittel müssen diverse Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Kein Auseinanderfallen von Einzahlungen und Erträgen
  • Kein Auseinanderfallen von Auszahlungen und Aufwand
  • Gewinn, Abschreibungen und Zuführungen zu den Rückstellungen dürfen zu keinen unmittelbaren Folgezahlungen führen

(Voraussetzungen nach Perridon, Steiner (2007): 557)

Diese Voraussetzungen werden in der realen Wirtschaft selten alle erfüllt, weshalb der Cashflow als finanzwirtschaftlicher Überschuss einige Mängel aufweist. Bei Nichterfüllen einiger Voraussetzungen (s.o.) kann der Cash-Flow nicht als grober Orientierungsmaßstab für den Innenfinanzierungsspielraum (Perridon, Steiner (2007): 560) fungieren.

Damit der Cashflow als grober Orientierungsmaßstab dennoch gelten kann, wurde der totale Cashflow entwickelt. Bei dem totalen Cashflow (Perridon, Steiner (2007): 560) werden die rechnungstechnischen Posten entfernt, was bei einer externen Analyse nur annäherungsweise funktioniert.

Direkte Berechnung

Eine direkte Berechnung des Cashflows ist in der Regel nur betriebsintern möglich und wird meistens bei der internen liquiditätsbezogenen Kapitalflussrechnung (Wiehle, Diegelmann, Deter, Schörnig, Rolf (2005): 86) verwendet. Bei der direkten Berechnung ist der Cashflow exakter und die errechnete Kennzahl ist deutlich weniger manipulierbar als ein Jahresabschluss. Allerdings kann die errechnete Kennzahl bei der direkten Berechnung in einer Zeitperiode starken Schwankungen ausgesetzt sein (vgl. Wiehle, Diegelmann, Deter, Schörnig, Rolf (2005): 86).

Optimierung des Cashflow

Im Rahmen einer LBO, können Maßnahmen unternommen werden, um den Cashflow zu verbessern. Diese bedeuten aber nicht zwingend eine Verbesserung der Ertragskraft (vgl. Wöhe, Bilstein, Ernst, Häcker (2009): 253).

LBO= Leveraged Buy-out → Erwerb eines Unternehmens mit überwiegend Fremdkapitalfinanzierung (Wöhe, Bilstein, Ernst, Häcker (2009): 251). Der Leveraged-Faktor spiegelt das Verhältnis von Eigenkapitalrendite zu Gesamtkapitalrendite wider.

Dafür können einige Maßnahmen infrage kommen:

  • Strategische Neuausrichtung des Unternehmens
  • Abbau von Underperformance im Unternehmen
  • Optimierung des Anlagevermögens und des Working Capital
  • Effiziente Kapitalallokation
  • Know-how-Transfer von Finanzinvestoren
  • Asset Stripping

(Aufzählung nach Wöhe, Bilstein, Ernst, Häcker (2009): 252 ff.)

Literaturverzeichnis

  • Breuer (o.J.). Springer Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Cashflow, online im Internet: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/3604/cashflow-v8.html (Zugriff: 28.10.2015)
  • Offert & Reichel (2008). Finanzierung. 14. Auflage. Friedrich Kiehl Verlag GmbH. Neckargemünd.
  • Perridon & Steiner (2007). Finanzwirtschaft der Unternehmung. 14. Auflage. Verlag Franz Vahlen GmbH. München.
  • Wiehle, Diegelmann, Deter, Schörnig, Rolf (2005): Unternehmensberatung- Methoden, Rechenbeispiele, Vor-und Nachteile. 2.Auflage. cometis AG. Wiesbaden.
  • Wöhe, Bilstein, Ernst & Häcker (2009). Grundzüge der Unternehmensfinanzierung. 10. Auflage. Verlag Franz Vahlen GmbH. München.