GmbH

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Einführung

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (abgekürzt: „GmbH“) ist die häufigste Unternehmensform einer Kapitalgesellschaft in Deutschland.
Sie wird durch ein eigenes Gesetz, das GmbHG(das deutsche Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung), geregelt.

Definition

 "Die GmbH ist eine Kapitalgesellschaft, bei der nicht die persönliche Beteiligung der Gesellschafter entscheidend ist, sondern ihre Kapitaleinlage" (Krafft/Mittelstädt/Wiepcke (2005): 144). 

Die GmbH ist eine juristische Person, d.h. sie hat selbstständig ihre Rechte und Pflichten und kann als GmbH - vertreten durch ihre Geschäftsführer - Eigentum erwerben oder vor Gericht klagen (vgl. §13 Abs. 1 GmbHG).

Gründung einer GmbH

Um eine GmbH zu gründen ist ein notariell beglaubigter Gesellschaftsvertrag notwendig (vgl. Check Book für GmbH-Geschäftsführer (2009): 46). Der Abschluss des Gesellschaftsvertrages erfolgt durch eine oder mehrere Personen (vgl. Krafft/Mittelstädt/Wiepcke (2005): 144).
Die GmbH muss eine oder mehrere Geschäftsführer haben, welche vor der Anmeldung der GmbH dem Handelsregister mitzuteilen sind (vgl. Check Book für GmbH-Geschäftsführer (2009): 46).

"Das gezeichnete Kapital muss mindestens 25.000€ betragen, wobei die Einlagen jedes Gesellschafters mindestens 250€ betragen müssen" (Krafft/Mittelstädt/Wiepcke (2005): 144). 

Die Rechtswirksamkeit der GmbH beginnt erst zum Zeitpunkt der Eintragung im Handelsregister, bis dahin haften die für sie handelnden Geschäftsführer (vgl. §11 Abs. 2 GmbHG).

Organe einer GmbH

Eine GmbH wird gesetzlich durch einen oder mehrere Geschäftsführer vertreten, die das erste Organ der GmbH bilden.
Diese Geschäftsführer werden durch den Beschluss der Gesellschafterversammlung bestellt und erhalten eine unbeschränkte Vollmacht nach außen, um die Unternehmungen zu leiten (vgl. Krafft/Mittelstädt/Wiepcke (2005): 144).
Die Gesellschafterversammlung hat nicht nur die Macht den Geschäftsführer zu bestimmen, sondern kann diesen auch wieder abberufen.
Ein weiteres Organ der GmbH bildet die Gesellschafterversammlung. In der Versammlung gilt im Normalfall das einfache Mehrheitsrecht, wobei die Gesellschafter in Abhängigkeit ihrer Kapitalanteile gewichtet werden (vgl. Krafft/Mittelstädt/Wiepcke (2005): 144).
Die Gewinnbeteiligung jedes Gesellschafters richtet sich nach dem Verhältnis zu den Geschäftsanteilen, insofern nichts anderes vereinbart wurde(vgl. Krafft/Mittelstädt/Wiepcke (2005): 144).
Als drittes und letztes Organ ist der Aufsichtsrat zu nennen. Dieser wird erst erforderlich, wenn die GmbH mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigt (vgl. Krafft/Mittelstädt/Wiepcke (2005): 144).

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(eigene Darstellung in Anlehnung an Krafft/Mittelstädt/Wiepcke (2005): 144)

Vorteile einer GmbH

Ein wesentlicher Vorteil einer GmbH besteht darin, dass der Gesellschafter - im Gegensatz zu den Gesellschaftern einer offenen Handelsgesellschaft oder den Komplementären einer Kommanditgesellschaft - nur mit dem in das Unternehmen investierten Kapital haftet (Haftungsbeschränkung)(vgl. Krafft/Mittelstädt/Wiepcke (2005): 145). Ein Zugriff von Gläubigern auf das Privatvermögen der GmbH-Gesellschafter ist nicht möglich. Der Kapitalgeber haftet nur mit der Einlage, die er in die GmbH getätigt hat. Das bedeutet er riskiert bei einer Investition nur den Verlust der Einlagen, sein Privates Vermögen ist zu keinem Zeitpunkt betroffen (vgl. Krafft/Mittelstädt/Wiepcke (2005): 145).
Die GmbH bietet noch weitere Vorteile. Insbesondere wenn es darum geht Beschlüsse schnell und Reibungslos zu verwirklichen, ist die geringe Anzahl von Gesellschaftern entscheidend (vgl. Krafft/Mittelstädt/Wiepcke (2005): 145). Schlussendlich ist die Bildung von stillen Reserven ein Vorteil, da die Gewinne nicht ausgeschüttet werden müssen(vgl. www.existxchange.de, (2015)).

Kritik

Eine GmbH zu führen bedeutet oft viele Vorteile beanspruchen zu können. Allerdings gibt es auch negative Aspekte.
Zum einen ist die Gründung einer GmbH mit hohen Mindestkapitalerfordernissen verbunden. Diese Mindestkapitalerfordernisse betragen mindestens 25.000€. Sollte die GmbH insolvent gehen, ist dieses Geld weg und dient dazu, einen Teil, wenn nicht sogar die kompletten Verbindlichkeiten, zu tilgen.
Des Weiteren ist bei einer GmbH zu erwarten, dass die Kapitalgeber bei Krediten sehr vorsichtig sind, sodass die Kapitalbeschaffung von Fremdkrediten häufig schwierig ist (vgl. Krafft/Mittelstädt/Wiepcke (2005): 145).
Dass die Vorsicht der Kreditgeber nicht unberechtigt ist, zeigt die Statistik der Insolvenzen(Konkurse und Vergleichsverfahren) von Unternehmen.

Quellenverzeichnis

Literatur Baumbach, A./ Hueck, A. (2000): GmbH-Gesetz. C.H Beck Verlag. München.

Jehle, T./ Lang, C./ Meier-Rudolph, W. (2009): Check Book für GmbH-Geschäftsführer. Checklisten, Erläuterungen und Formale für die tägliche Unternehmenspraxis. 6. Auflage. Springer Verlag. Berlin.

Kraft, D./ Mittelstädt, E./ Wiepcke, C., Gothe-Institut (2005): Markt-Lexikon Wirtschaft. Fachbereiche von A-Z einfach und verständlich erklärt. 1. Auflage. W. Bertelsmann Verlag GmbH & Co.KG. Bielefeld.

Internet

o.A. Existxchange, Die Vor- und Nachteile einer GmbH, URL: http://www.existxchange.de/gmbh/checkliste-die-vor-und-nachteile-einer-gmbh.html [Stand: 29.10.15].

o.A. Was ist eine GmbH?, URL: http://welt-der-bwl.de/GmbH [Stand: 29.10.15].