Marktwandel

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Definition

Der Marktwandel definiert die Veränderung von vielen traditionellen Märkten zu einem globalen Markt.

Dieser Wandel führt zu einer Internationalisierung der Märkte, da "politische, wirtschaftliche, logistische, finanz- und informationstechnische Grenzen auf den nationalen Märkten" (Immoor, Karl-Heinz; Scheiner, Rudi, o.J.) durchbrochen werden. Dies geschieht vor allem durch den technologischen und wissenschaftlichen Fortschritt, wie neue Anwendungen und Innovationen.(Vgl.: Oehlrich, M. (2009):S. 78) Durch die Einführung des Internets beispielsweise, veränderte sich die Art des Einkaufens. Während es früher unvorstellbar war, Sachen im Internet zu kaufen, ist es heute meistens praktischer und günstiger.

Geschichte

Die folgenden Abschnitte geben einen Überblick, über die Entwicklung des Marktwandels.

Marktwandel vor 2000

Zwischen 1990 und 1993 begannen die Staaten in Europa zunächst die Wirtschafts- und Währungspolitik stärker aufeinander abzustimmen. Die EU machte es sich bei ihrer Gründung 1993 zum Ziel, innerhalb Europas einen gemeinsamen Binnenmarkt zu schaffen und den wirtschaftlichen, sozialen, sowie territorialen Zusammenhalt innerhalb des europäischen Raums zu fördern. In einer zweiten Stufe zwischen 1994 und 1999 wurden von der EU Konvergenzkriterien festgelegt, die ein Staat erfüllen muss, um aufgenommen zu werden. Damit sind die Indikatoren Preisstabilität, Haushaltsdefizit, Schuldenstand, Zinsen und Währungsstabilität gemeint. Später folgte 1999 die Währungsunion und damit die Einführung des Euros als Zahlungsmittel in Europa. (vgl.: Bundeszentrale für politische Bildung, 2013)

Marktwandel nach 2000 durch Innovationen

Unternehmer

Nachdem das Internet während der Jahrtausendwende für jedermann erschwinglich wurde, entstand hier ein neuer Markt. Versandhändler können kostengüstiger und sehr viel übersichtlicher ihre Produkte präsentieren. Der Wettbewerb zwischen einzelnen Versandhändlern steigt, da Lieferanten ihre Waren und Produkte direkt an den Kunden bringen können. (Vgl.: Burgard, M (2005):S. 60) (siehe auch Multi-Level-Marketing) Mittlerweile gibt es sehr viele Onlineshops in Deutschland, die eine Vielfalt an Produkten anbieten und sich teilweise konkurrieren. Dies ist in unten stehender Abbildung verdeutlicht. Des Weiteren wird der Konkurrenzkampf zwischen den Herstellern größer. Wenn man im Internet einkauft, beachtet der potenzielle Käufer die Kundenurteile und Tests. Sind diese schlecht, so neigt der Konsument dazu, ein anderes Produkt zu kaufen. Durch negative Tests oder negative Urteile, kann das Image des Produkts beschädigt werden und ein millionenschwerer Verlust entstehen.

Verbraucher

Verbraucher können durch das Internet viel gezielter nach einem gewünschten Produkt und dessen Eigenschaften suchen. Da in der heutigen Zeit die breite Masse ein internetfähiges Smartphone besitzt, kann auch von Unterwegs die neue Kaffeemaschine für zu hause gekauft werden. Diese wird i.d.R. innerhalb der nächsten drei Tage nach Hause geliefert und der Konsument musste kein Fachgeschäft betreten. Folglich beeinflussen neue Technologien, wie Smartphones den Marktwandel. Die oben beschriebene Form der Wirtschaft wird auch M-Commerce genannt und ist eine Unterform des E-Commerce. E-Commerce beschreibet den elektronischen Geschäftsverkehr, während M-Commerce speziell die Kaufabwicklung durch ein mobiles drahtloses Gerät, wie beispielsweise ein Smartphone oder ein Tablet, meint.(vgl.: Prof. Dr. Kollmann, T., Prof. Dr. Sjurts, I., o.J.)

Top10Onlineshops.png

(Eigene Abbildung in Anlehnung an statistia/ Statistikportal http://www.kanal-egal.de/wp-content/uploads/2012/10/infografik_642_Top_10_Online_Shops_in_Deutschland_nach_Umsatz_n.jpg )

Vorteile/ Nachteile des Marktwandels

Vorteile

Unternehmen können vom Outsourcing, die Verlagerung von Produktionsfaktoren ins Ausland, profitieren. Wenn nun ein großes Unternehmen, wie beispielsweise Siemens, die Produktion für Computertomographen nach Indien verlagert, können Kosten gespart werden, weil indische Arbeitskräfte einen niedrigeren Stundenlohn haben als deutsche Arbeiter. Des Weiteren kann Siemens einen neuen Absatzmarkt in Indien erschließen. Die Wirtschaft in Indien bekommt einen kleinen Aufschwung und es wird mehr Zulieferer aus Indien geben, die Kleinteile für Siemens produzieren. Der Kunde kann so Siemenstechnologie billiger kaufen, da der Preis für diese Produkte auch etwas niedriger sein wird. (vgl.: Trost, D., 11.01.2013) Durch die Vielzahl an Zulieferern hat Siemens nun die Wahl und kann in Sachen Preis und Lieferzeit Druck auf die Zulieferer ausüben. (Vgl. Vahs, D.;Schäfer-Kunz,J. (2012):S. 643) Ein weiterer Vorteil für Unternehmen besteht darin, dass diese durch neue Anwendungen wie Facebook ihre Zielgruppe besser erreichen kann. Während man bei Facebook mit anderen Leuten schreibt, oder sich die Nachrichten ansieht, werden in der rechten Marginalspalte stets Werbeanzeigen abgebildet. Diese Werbeanzeigen sind meist mit Onlineshops versehen, die man besucht hat und die somit interessant für die jeweilige Person sind. Ebenso hat jedes Unternehmen neue Möglichkeiten ihre Produkte besser an die jeweilige Zielgruppe zu bringen. Dadurch, dass Facebook viele Informationen über einen Benutzer sammelt, kann man diese leicht mit Werbeanzeigen konfrontieren, die für den jeweiligen User ansprechend sind. (Vgl.: Holzapfel, K. & F. (2011):S. 102,103)

Nachteile

Beinahe alle Märkte, wie Finanz-, Arbeits-, Absatz-, Geld- und Kapitalmarkt existieren nur noch auf globaler Ebene. Deutsche Unternehmen haben keine Chance mehr beispielsweise Textilien so kostengünstig in Deutschland herzustellen, dass diese konkurrenzfähig mit der Ware aus Südostasien wäre. (Vgl.: Gries,T.,(1998):S. 37,38 ) Deshalb brechen in Industrieländern gerade solche Sparten, in denen wenig Know-How benötigt wird, weg. Gleichfalls können deutsche Unternehmen bei technologischem Fortschritt höhere Kosten haben und so einen Preiswettbewerbsnachteil besitzen. (Vgl.: Gries,T.,(1998):S. 42 ; Oehlrich,M., (2009):S. 77) Wie oben bereits erwähnt, ist der Arbeitsmarkt auch international, das heißt nationale Gehälter und Bedingungen passen sich an die internationale Gegebenheiten an, um konkurrenzfähig zu bleiben. So suchen Unternehmen global nach neuen Arbeitskräften und beschränken sich bei ihrer Suche nicht nur auf nationale Arbeitskräfte.

Ausblick

Auf dem Markt gibt es stets neue Trends und Veränderungen, weshalb ein Unternehmen sich stets überlegen muss, welche Stategiewechsel denkbar sind und welche Vor- und Nachteile ein solcher Wechsel für das jeweilige Unternehmen auf dem globalen Markt brächte. (Vgl. Oehlrich, M. (2009):S. 81) Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen liegt der Anteil, die soziale Netzwerke benutzen, bei 60 %. (Vgl. Li, C. ; Bernoff, J. (2008):S. 54) Daher ist es ein Muss für Unternehmen auch auf Seiten wie Facebook, YouTube oder Twitter präsent zu sein und für Produkte zu werben. Des Weiteren muss bei einem Strategiewahl berücksichtigt werden, dass es auf dem internationalen Markt unterschiedliche Kundenanforderungen gibt. „Eine Leistung, die auf einem Markt eine hohe Kundenzufriedenheit auslöst, kann in einem anderen Markt unter Umständen deutlich schlechter beurteilt“ werden. (Homburg,C. (2008):S. 243)

Literatur

Burgard, M. (2005): Die Auswirkungen des Internets auf den Versandhandel in Deutschland: GRIN Verlag, S. 60

Vahs, D.; Schäfer-Kunz, J. (2012): Einführung in die Betriebswirtschaftslehre: Schäffer-Poeschel Verlag Stuttgart, S.643

Oehlrich, M. (2009): Betriebswirtschaftslehre: Verlag Franz Vahlen München, S. 77, 78, 81

Gries, T. (1998): Internationale Wettbewerbsfähigkeit: Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, S. 37, 38, 42

Holzapfel, K. & F. (2011): facebook marketing unter freunden: Business Village GmbH, Göttingen, S. 102, 103

Homburg, C. (2008): Kundenzufriedenheit: GWV Fachverlage GmbH, S. 243

Li, C.; Bernoff, J. (2008): Facebook Youtube Xing & Co: Carl Hanser Verlag München, S.54

Immoor, K.H.; Scheiner, R., o.J. : http://www.emlogistics.de/maerkte/wandeldermaerkte/ (01.12.2013)

Bundeszentrale für politische Bildung, 2013 : http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19280/europaeische-wirtschafts-und-waehrungsunion (01.12.2013)

Prof. Dr. Kollmann,T., Prof. Dr. Sjurts,I., o.J. : http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/mobile-commerce.html (01.12.2013)

Trost, D., 11.01.2013 : http://globalisierungx.wordpress.com/2013/01/11/vorteile-der-globalisierung-fur-unternehmen-umwelt-entwicklungslander-deutschland/ (01.12.2013)

Abbildung:

Eigene Abbildung in Anlehnung an statistia/ Statistikportal: http://www.kanal-egal.de/wp-content/uploads/2012/10/infografik_642_Top_10_Online_Shops_in_Deutschland_nach_Umsatz_n.jpg