Personalfreisetzung

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Einführung

Die Personalfreisetzung ist ein Thema, das sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer betrifft. Um bei Minderungen ihres Personalbedarfs weiter ökonomisch zu Wirtschaften passen Unternehmen den Personalbestand oftmals durch Personalfreisetzungen an. Dies bedeutet auch für die Arbeitnehmer Umstellungen und Veränderungen ihrer Beschäftigungsverhältnisse oder den Verlust des Arbeitsplatzes durch Kündigung.

Definition

Bei der Personalfreisetzung geht es um verschiedene Maßnahmen zur Reduzierung von Überkapazitäten des Personals (vgl. Wirtschaftslexikon Gabler). „Wird im Rahmen des Personalbedarfsplanung eine personelle Überdeckung festgestellt, so ergibt sich die Notwendigkeit, Personalfreisetzungen einzuplanen"(Jung, H. (2010):314).

Der Grund für den Personalabbau ist meistens betriebsbedingt. Durch Konjunkturschwankungen oder strukturelle Veränderungen innerhalb des Betriebes, wie Automatisierungs- und Rationalisierungsprozesse oder Organisatorische Veränderungen, können Ungleichgewichte zwischen Personalbestand und Personalbedarf entstehen.

Der Wunsch auf Freisetzung kann aber auch vom Mitarbeiter selbst ausgehen oder Konsequenz aus Mangelnden Leistungen und Fehlverhalten sein (vgl. Jung, H. (2010): 314 f und vgl. Berthel, J./Becker, F. (2013):389).

Personalfreisetzungsmaßnahmen lassen sich in interne und externe Maßnahmen unterteilen (vgl. Vahs, D./ SChäfer-Kunz, J. (2012): 333).

Maßnahmen

Die externe Personalfreisetzung meint eine Beendigung bestehender Arbeitsverhältnisse und eine Reduktion des Personalbestandes. Ziel der internen Personalfreisetzung ist eine Minderung der Arbeitsleistungen durch Änderungen der Arbeitsverhältnisse „in qualitativer, quantitativer, zeitlicher und örtlicher Hinsicht" (Jung, H. (2010): 314), sodass Beschäftigungsverhältnisse bestehen bleiben (Berthel, J./Becker, F.(2013):559).

Schaubild Personalfreisetzungsmaßnahmen

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(Eigene Darstellung in Anlehnung an www.daswirtschaftslexikon.de o.A)

Rechtliche Rahmenbedingungen

Personalfreisetzungsmaßnahmen sind einigen gesetzlichen Rahmenbedingungen zum Schutze des Arbeitnehmers unterlegen. Siehe dazu [1]

Insbesondere bei der Kündigung gibt es zwei Optionen; "Durch Aussprache einer einseitigen Willenserklärung ist es möglich, das Arbeitsverhältnis ordentlich (unter Berücksichtigung der gesetzlichen Kündigungsfristen) oder außerordentlich und damit fristlos zu beenden" (o.A. (o.J.) fernstudium-personalmanagement).

Kritik

Bevor Betriebe Personalfreisetzungsmaßnahmen anwenden, sollten alternative arbeitserhaltende und arbeitsbeschaffenden Möglichkeiten ausgenutzt werden.

Erst wenn diese nicht ausreichen, sollten Betriebe Mittel zur internen Personalfreisetzung in Betracht ziehen (vgl. Olfert, K. (2008):421). Als letzte Alternative sollte auf externe Personalfreisetzung zurückgegriffen werden, da hieraus teils erhebliche Konsequenzen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber resultieren. Die Verringerung des Personalbestandes kann ökonomisch positive Auswirkungen auf die Betriebe haben. Hingegen können das Betriebsklima und das Image dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden.

Ferner haben Personalfreisetzungen für Mitarbeiter überwiegend negative Folgen, wie zum Beispiel die Gefährdung ihrer wirtschaftlichen Existenzgrundlage (vgl. Berthel, J.; Becker, F.(2013):388).



Literatur

  • Berthel, J.; Becker, F. (2013): Personal-Management: Grundzüge für Konzeptionen betrieblicher Personalarbeit, 10. Auflage, Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart.
  • Jung, H. (2010): Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 9. Auflage, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München.
  • Olfert, K. (2008): Kompendium der praktischen Betriebswirtschaft. Personalwirtschaft. 13. Auflage, Friedrich Kiehl Verlag GmbH, Ludwigshafen.
  • Vahs, D.; Schäfer-Kunz, J. (2012): Einführung in die Betriebswirtschaftslehre, 6. Auflage, Schäfer-Poeschel Verlag, Stuttgart).

Internetquellen: